Universitätsstadt, Kultur und Sport

In Landau studieren über 8.000 Menschen. Anders als vielleicht noch zu Gründungszeiten der Universität leben viele von ihnen heute in unserer Stadt. Als Bürgerinnen und Bürger Landaus haben sie spezifische Perspektiven, Wünsche und Probleme, die kommunale Politik berücksichtigen sollte.

Mehr noch: diese jungen Menschen sind Bereicherung, Lebensader und der wichtigste Standortvorteil Landaus gegenüber Städten wie Speyer und Neustadt. Viele kamen – ohne im ersten Moment zu wissen, wo Landau genau liegt – und haben nach einigen Semestern diese Stadt schätzen gelernt. Wichtig dafür, wie auch für das gesamte gesellschaftliche Zusammenleben, sind Kultur und Sport, die gesellschaftliche Teilhabe, Freizeit und Spaß ermöglichen.

Wir wollen als GRÜNE, dass alle Menschen – egal wie lange sie in Landau leben und ob sie bleiben oder nicht – als Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt gleich geschätzt werden. Schon deshalb, weil selbst wenn neue Studierende kommen und alte gehen, die Probleme dieselben bleiben. Wohnraum und Mobilität sind seit jeher Themen, die Studierende bewegen. Und wenn ich in einer Stadt lebe, erwarte ich mehr als wenn ich dort nur arbeite. Deshalb wollen wir die Möglichkeiten für Freizeitangebote vor allem an Freitagen und Samstagen verbessern und beim Sport auch abseits von Vereinen neue Möglichkeiten schaffen.

Als Stadt Landau gehört rechtlich vor allem der Schulsport zu unseren Aufgaben und als Teil der allgemeinen Daseinsfürsorge auch Wohnraum und Mobilität. Darüber hinaus aber können und wollen wir vieles anders machen als bisher. Kultur wollen wir vielseitig verstehen, von Kneipenabenden bis zu klassischen Konzerten. Sport ist nicht nur Schulsport, aber eben auch nicht nur Vereinssport.

Bei der politischen Mitbestimmung der Studierenden sorgen wir als GRÜNE mit unseren Kandidatinnen und Kandidaten dafür, dass Studierende sich selbst im Stadtrat vertreten können. Darüber hinaus braucht es aber verbindlichere Gremien als Grundlage einer gemeinsamen Diskussion als bisher. Studentinnen und Studenten müssen in Landaus Politik gehört werden.

Als Stadt müssen wir entschieden für den Erhalt des Universitätsstandortes Landau eintreten. Mit Sorge verfolgen wir die Pläne für eine Fusion des Standorts Landau mit der Technischen Universität Kaiserslautern. Als GRÜNE glauben wir, dass der Standort Landau stark und groß genug ist für eine eigene Universität Landau. Mag diese Chance für den Moment vertan sein, so kann man auch als Stadt daran langfristig mitarbeiten. Wir wollen uns gegenüber dem Land stark machen für eine ausreichende Finanzierung unserer Universität und einen Erhalt des aktuellen Fächerkanons in seiner vollen Breite in unserer Stadt. Wir fordern gemeinsam mit den GRÜNEN Kaiserslauterns eine S-Bahn-Verbindung Kaiserslautern-Landau, um den Konstruktionsfehler der Universität Koblenz-Landau nicht zu wiederholen. Außerdem braucht es mehr Landesmittel für den studentischen Wohnungsbau in Landau und eine kommunale Verkehrspolitik, die das Fahrrad und den öffentlichen Personennahverkehr stärken, würde außerdem helfen, die Studienbedingungen zu verbessern und Landau als attraktive Universitätsstadt zu stärken. Es wird Zeit, dass dieser Titel mehr bedeutet, als nur eine Notiz auf dem Stadtschild zu sein.

Die Stelle der bisher ehrenamtlichen Universitätsbeauftragten hoffen wir gemeinsam mit der Universität zu einer hauptamtlichen Koordinationsstelle auszubauen, die viele Schnittpunkte beider Akteure verknüpft. Sie soll in einem Transferbüro in der Stadtmitte liegen und einem Dezernat zugeordnet sein. Zu ihren Aufgaben zählt unter anderem die Organisation eines Universitätsausschusses, der den alten, nicht öffentlichen Rat der Stadt für Fragen der Universität und ihren Studierenden ersetzen soll. Wir setzen auf einen öffentlich tagenden Ausschuss, der sich verbindlich mit allen die Universität oder Studierende betreffenden Themen beschäftigen soll und sowohl AStA-Vorsitz als auch vom Studierendenparlament gewählte Mitglieder, die Präsidentin der Universität, das Studierendenwerk und den Freundeskreis der Universität neben den Fraktionen des Stadtrates und dem zuständigen Dezernenten umfasst. Außerdem wollen wir nicht nur jährlich sowohl Universitätsleitung als auch Studierende in Stadtratssitzungen zum Gespräch einladen, sondern auch Studierendenvertreterinnen und -vertreter bei für sie relevanten Themen in anderen Ausschüssen zu Wort kommen lassen.

Im Gegenzug erhoffen wir uns eine bessere Nutzung der durch Wissenschaft und Studium in unserer Stadt gegebenen Möglichkeiten. Es könnte neben Leistungspunkten für soziales Engagement oder für die Mitarbeit in pädagogischen Einrichtungen eine von der Universitätsbeauftragten verwaltete Liste an möglichen Abschlussarbeiten geben. Die städtische Verwaltung könnte fachbereichsübergreifend eine Sammlung an interessanten Themen anlegen, die für Verwaltung und Stadtpolitik von Nutzen wären. Auf diese Liste könnten Studierende und wissenschaftliche Mitarbeitende für Abschluss- und Hausarbeiten zugreifen. Neben der Förderung besonders interessanter Arbeiten halten wir langfristig auch die Schaffung eines dreijährigem Promotionsstipendiums mit regionalem Bezug und vergeben durch den Universitätsausschuss für sinnvoll. Landaus erfolgreiche Wirtschaftspolitik wollen wir darüber hinaus stärker auf die Unterstützung von Ausgründungen und Start-ups ausrichten.

Seit dem Streik 2015 ist klar, dass es für die Studierenden in dieser Stadt nicht genug Räume gibt: Wir Grüne stehen daher hinter der Idee, Landau durch einen Campus-Süd zu ergänzen. Beim Abriss der Süwega-Halle würden wir eine Bebauung durch die Universität befürworten. Der Standort bietet sich an, da er am Campus ist und Parkmöglichkeiten nah sind, was zur Vermeidung des alltäglichen Staus beiträgt. Der alte Messplatz ist groß genug, um durch sinnvolle Bebauungen für Entlastung in der Stadt zu sorgen, ohne das regelmäßige kulturelle Angebot dort einzuschränken.

Neben Wohnraum und Mobilität halten wir gerade für Studierende kulturelle Freizeitangebote für wichtig. Wir wollen mit einem Sommersemesterprogramm starten, das über einige Wochen besondere Angebote an Freitagen und Samstagen bietet. In Abstimmung mit dem AStA, privaten Anbieterinnen und Anbietern und der Stadt wollen wir so das in-der-Stadt-bleiben attraktiver machen. Langfristig wäre das auch auf die vorlesungsfreie Zeit auszuweiten. Dazu wollen wir den Kulturausschuss weiterentwickeln oder um einem Kulturbeirat ergänzen, in dem fest auch eine Vertreterin oder ein Vertreter des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (AStA) einen Sitz haben soll.

Für Landauer Gastronomiebetriebe, Kneipen und Bars wollen wir die Außenbewirtungszeiten ausweiten und den Prozess vereinfachen. Wichtig ist uns eine aktive und einfache Ansprache, sowie gegebenenfalls die Überarbeitung der Sondernutzungsgebühr. Außerdem setzen wir auf die Abschaffung der Ausschanksteuer, die gerade in der Phase einer Unternehmensgründung zusätzliche Hürden für Gründerinnen und Gründer schafft. So tragen wir zur Förderung einer attraktiven Bar- und Kneipenlandschaft in Landau bei. Verhindern wollen wir, dass mehr und mehr Freizeitstätten aus der Kernstadt verschwinden. Sei es das Logo, das Gloria oder das Universum Kino – sie alle bereichern die Innenstadt, weshalb wir sie, soweit es rechtlich möglich ist, unterstützen wollen.

Wo es zu Konflikten mit Nutzenden des öffentlichen Raums und Anwohnenden kommt, setzen wir nicht auf Verbote, sondern auf explizite Freiräume und eine aktive Jugendarbeit über Streetworkerinnen und Streetworker. Alkohol- und Musikverbote, wie im Ostpark eingeführt und für alle Landauer Parks diskutiert, lehnen wir ab. Viel mehr wollen wir beispielweise am Aussichtsturm der Landesgartenschau Orte schaffen, an denen wir jungen Menschen Freiraum lassen. Mit Beleuchtungen, Toiletten, Schallmauern zum Schutz von Anwohnenden, Bänken, Mülleimern, W-LAN über Freifunk und einem passendem Leerungs- und Reinigungskonzept schaffen wir attraktive Alternativen für spätere Uhrzeiten. Da gerade Streetworkerinnern und Streetworker Vertrauen erst erarbeiten müssen, wollen wir deren Stellenperspektive durch Entfristungen verbessern.

Sollte die Bundesregierung zudem den Erwerb und Handel von Cannabis innerhalb der nächsten Legislaturperiode legalisieren, setzen wir uns für eine kontrollierte Abgabestelle in Landau ein. Auf diesem Wege werden die Verbrauchenden geschützt, Dealern der Markt entzogen und Konsumierende entkriminalisiert.

Bisher werden Studierende mit einem Gutscheinheft begrüßt, das die Stadt Geld kostet und eher zur Wirtschaftsförderung als zur Begrüßung dient. Wir setzen stattdessen auf die Weiterentwicklung der Willkommenskultur, indem wir die Mittel in ein Begrüßungsgeld, Schwimmbadsaisonkarten, Gutscheine für die Stadtbibliothek, Esel-Carsharing-Versicherungen oder Monatskarten für den öffentlichen Personennahverkehr in der Wabe Landau investieren. Statt Studierende mit der Zweitwohnsitzsteuer zu gängeln, die wir als Instrument zur Einbürgerung ablehnen, sollten Anreize geschaffen werden, damit sich in Landau lebende Studierende gerne mit Erstwohnsitz in Landau anmelden. Dazu können auch ein Begrüßungspaket und Erstitüten gehören, die wir in Kooperation mit dem AStA unter ökologischen Gesichtspunkten weiterentwickeln wollen. Dazu gehören sollte ein Semesterplaner inklusive Fahrradkarte zur Verbindung der unterschiedlichen Unistandorte, ein Busfahrplan und Hinweise auf anstehende Veranstaltungen.
Aufgrund des Wachstums unserer Universität und der Attraktivität Landaus zog es in den vergangenen Jahren immer mehr Studierende auch zum Wohnen nach Landau. Durch deren hohe Flexibilität und einen Mangel an Wohnheimplätzen nehmen Studierende seitdem quasi alle Formen von Wohnraum in Anspruch, vom Ein-Zimmer-Apartments bis zum Einfamilienhaus in einem Stadtdorf. Als Gruppe mit geringem Einkommen sind sie so Leidtragende der Mietpreisentwicklungen, da manche Vermieterinnen und Vermieter beim Zimmer-für-Zimmer Vermieten bis zu 20 Euro pro Quadratmeter verlangen. So steigen die Mietpreise für alle in der Stadt, da jede Wohnung potenziell auch an Studierende vermietet werden könnte. Dem wollen wir neben unserer höheren Quote geförderter Mietwohnungen auf drei Wegen begegnen.

Jede dritte neu gebaute Wohnung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft soll als Wohngemeinschaftswohnungfür Studierende und Auszubildende vermietet werden. Diese wählen ihre Mitbewohnerinnen und Mitbewohner nach einer Kündigung innerhalb von drei Monaten selbst aus, um der besonderen Situation einer Wohngemeinschaft gerecht zu werden. Schon beim Bau achten wir auf Tageslichtbäder und Küchen als Gemeinschaftsräume. Mit einer trennscharfen Abrechnung der Nebenkosten halten wir diese niedrig, statten die Wohnungen mit Küche und Waschmaschine aus und verlangen nicht mehr als 10 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete. So liegen wir insgesamt weit niedriger als viele Akteure auf dem Markt und nutzen diese Mittel innerhalb der Wohnungsbaugesellschaft für weitere Sozialwohnungen.

Das Studierendenwerk Vorderpfalz als Träger der öffentlichen Studierendenwohnheime kann bisher nur für unter 5% der Landauer Studentinnen und Studenten Plätze anbieten. Diese Quote wollen wir durch die Schaffung hunderter Wohnheimplätze in den kommenden zehn Jahren möglichst verdoppeln. Dafür setzen wir auf Landesebene auf die stärkere Förderung von Studierendenwohnheimen, was wir bereits auf dem grünen Landesparteitag 2018 durchsetzen konnten. Kommunal wollen wir dem Studierendenwerk Grundstücke vergünstigt verkaufen oder über das Instrument „Erbpacht“ dauerhaft überlassen. Sollte es zum Beispiel nicht zur Entwicklung des Südcampus kommen, halten wir zum Beispiel das dafür vorgesehene Grundstück für eine denkbare Option. In Gesprächen sowie über unseren Sitz im Verwaltungsrat des Studierendenwerkes wollen wir auf scharfe Nebenkostenabrechnungen, Wohngemeinschaftswohnungen statt Ein-Zimmer-Apartments und die Abkehr von der Komplettmöblierung aller Zimmer drängen und die günstige Grundstücksabgabe hiermit verbinden. Wir kritisieren Quadratmetermieten über das Studierendenwerk, die näher an 20 Euro pro Quadratmeter liegen als an 10, und werden solche Mieten weder fördern noch unterstützen. Ausnahmen von der sozial geförderten Mietwohnungsbauquote für Studierendenwerke werden wir nur unterstützen, wenn sichergestellt wird, dass die Miete für alle Mieterinnen und Mieter erträglich ist. Bestehende Wohnheime wollen wir besser anbinden, indem wir zum Beispiel den Weg vom Campus zum Wohnheim in der Godramsteiner Straße ausleuchten und barrierefrei ausbauen.

Neben diesen öffentlichen Akteuren setzen wir auch auf private Initiativen zur Schaffung von Wohnraum für Studierende. Dazu gehören der Anstoß zu Neubauinitiativen von Wohngemeinschaftswohnungen und die Attraktivierung von Wohnraum auf den Stadtdörfern durch eine bessere Verkehrsanbindung mit Fahrrad und Bus. Auch der schon 2014 von uns vorgebrachte Vorschlag, einen Ableger des Mietshäuser-Syndikats in Landau zu gründen, fände weiterhin unsere Unterstützung. Darüber hinaus wollen wir ein Konzept entwickeln, wie der wenig genutzte Wohnraum in Landau besser ausgenutzt wird. Ein solches „Remanenzkonzept“ würde Studierende und Auszubildende insbesondere mit älteren Bürgerinnen und Bürgern zusammenbringen, die bereit wären einen Teil ihrer Häuser oder Wohnungen unterzuvermieten. Wir halten dafür eine respektvolle Ansprache für entscheidend. Zudem kann so auch ein Beitrag gegen Altersarmut und soziale Isolation geleistet werden. Die vom Seniorenbeirat präferierte Lösung der „Wohnen für Hilfe“, bei der zum Beispiel Gartenarbeit oder das Erledigen von Einkäufen statt Geld erbracht werden, sehen wir als schöne Ergänzung eines solchen Konzeptes.
Viele unserer Mobilitäts-Maßnahmen wie eine Nord-Süd-Querung durch die Öffnung der Königsstraße für den gegenläufigen Radverkehr, das flexible „Ruf-den-Bus“-System für Nachtschwärmer oder der Ausbau der Nachtverbindungen auf der Bahnstrecke Neustadt-Landau-Karlsruhe kommen insbesondere auch einer Zielgruppe zu Gute: den Studierenden, die mit rund 8000 Personen eine wichtige Interessensgruppe der Stadt darstellen.

Für die Vernetzung der verschiedenen Standorte wollen wir die Unibuslinie bekannter machen und sie besser an die Vorlesungszeiten anpassen. Die Unibuslinie soll kreisförmig Nordcampus, Hauptbahnhof, Bürgerstraße und Westbahnhof verbinden und auch eine Anbindung an die Thomas-Nast-Str/August-Croissant-Str schaffen. Für Studierende soll der Nahverkehr dabei ticketlos nutzbar sein. Für Pendlerinnen und Pendler aus dem Umland soll es zudem ein Semester-Parkticket für den Alten Messplatz geben.

Um den Verzicht auf ein eigenes Auto auch langfristig attraktiv zu gestalten, wollen wir Erstsemesterinnen und Erstsemester über das Willkommenspaket eine Car-Sharing-Mitgliedschaft kostenlos ermöglichen und an den Unistandorten Car-Sharing-Plätze einrichten. 

Ein großer Konstruktionsfehler der Universität Koblenz-Landau war die schlechte Verbindung beider Standorte. Gemeinsam mit den GRÜNEN Kaiserslauterns fordern wir deshalb den Ausbau der Bahnstrecke zwischen beiden Städten, um zumindest eine S-Bahn-Linie Kaiserslautern-Landau ermöglichen zu können.

Stärken wollen wir weiterhin den schon viel belebten Radverkehr. Mit Fahrradverleih-Stationen an allen Unistandorten bei Einführung des VRNnextbike-Systems, mit einem Fahrradparkhaus am Hauptcampus, mit ausreichend überdachten Fahrradbügeln an allen Standorten und der Förderung von wichtigen Radrouten durch die Innenstadt soll Radfahren in Landau neben dem sportlichen Anreiz und gutem Gewissen zu noch mehr Freude beitragen.
Institutionen wie die Jugendstilfesthalle, das Stadtmuseum oder die Villa Streccius prägen das Landauer Kulturleben. Aber auch zahlreiche kleinere Theatergruppen, Chöre und freie Kulturinitiativen wie etwa der Verein „Leben und Kultur e.V.“ (Haus am Westbahnhof) oder der Verein Südstern e.V. sind für Landau eine Bereicherung, weshalb wir GRÜNE es für wichtig halten, die Landauer Kultur in ihrer Vielfältigkeit angemessen zu unterstützen.

Aus diesem Grund fordern wir mit dem Beirat für Kultur die Einrichtung eines unabhängigen, beratenden Gremiums, dem neben den etablierten Kulturinstitutionen der Stadt auch freie Kulturschaffende aus den unterschiedlichen Kunstsparten sowie kulturpolitische Vertreterinnen und Vertreter angehören. Der Beirat hat zum Ziel, das kulturelle Leben in der Stadt aktiv zu begleiten sowie die vielfältigen kulturellen Angebote und ehrenamtlichen Initiativen in den Stadtdörfern zu fördern. Dem für Kulturangelegenheiten zuständigen Kulturausschuss steht es als unabhängiges Gremium beratend zur Seite und nimmt zu kulturpolitisch relevanten Vorhaben der Stadt Stellung. Darüber hinaus ist der Beirat Anlaufstelle für alle Landauer Kulturschaffenden und hat den Anspruch, deren Belange auf die Agenda der Politik und in die Öffentlichkeit zu bringen und neue Handlungsfelder für die Landauer Kulturlandschaft aufzuzeigen.

Ein „Kulturindex Landau” soll die kulturpolitische Stimmung in Landau abbilden und Impulse für die Diskussion zwischen Kulturschaffenden, Politik, Verwaltung und Bürgerschaft geben. Im Rahmen dieses Kulturindex werden Einrichtungen des öffentlichen Kulturbereiches sowie freie Kulturschaffende, institutionelle Förderer und Betriebe der Kulturwirtschaft befragt: Wie beurteilen sie die kulturpolitische Lange in der Stadt? Wie schätzen sie die allgemeine Situation und die ihrer eigenen Sparte ein? Was sind die drängendsten Probleme für die Zukunft? Aber auch Fragen zu aktuellen kulturpolitischen Themen und Entwicklungen können im Rahmen der Befragung berücksichtigt werden. Als „Stimmungsbarometer” liefert der Kulturindex eine unabhängige und möglichst umfassende Bestandsaufnahme zu Lage und Wandel der Landauer Kultur und trägt zur Stärkung des Bewusstseins für den Wert von Kultur als Image-, Wirtschafts- und Standortfaktor bei. Erarbeitung, Durchführung und Auswertung der jährlichen Umfrage kann in Kooperation mit der Universität Koblenz-Landau erfolgen, beispielsweise dem Zentrum für Kultur- und Wissensdialog.

Mit der Schaffung eines „Kulturtickets“ bieten wir Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Landau die Möglichkeit, ausgewählte Veranstaltungen der Landauer Kultureinrichtungen vergünstigt zu besuchen. Prinzipiell soll ein Kulturticket die Veranstaltungen teilnehmender Kultureinrichtungen vergünstigen und im Gegenzug diese an den Einnahmen des Kulturtickets beteiligen. Für die jeweilige An- und Abreise soll es in Verbindung mit einer Veranstaltungskarte möglich sein, den öffentlichen Nahverkehr kostenfrei zu nutzen. Unser „Ruf-den-Bus“-System kann hier passgenau eingesetzt werden. Durch die Beteiligung privater Akteure und Unternehmen stärken wir auch Einrichtungen wie das Universum Kinocenter und den Gloria Kulturpalast, in denen wir auch verstärkt städtische Veranstaltungen unterbringen wollen. Auf diese Art und Weise wollen wir das Portfolio des städtischen Kulturangebots hinsichtlich eines Angebots für jüngere
Menschen verbessern. Aber auch bei rein städtischen Veranstaltungen wie der Goetheparkplauderei setzen wir auf ein vielfältiges Programm, das alle Altersgruppen anspricht.

Die Vielfalt des städtischen, studentischen, schulischen und privaten Kulturangebots wollen wir in einem Veranstaltungskalender sammeln und online ständig aktualisiert zur Verfügung stellen. Auf so einer Onlineplattform könnte auch eine Kultur- oder Freiraumbörse ihren Platz finden, die Interessierte, Projekte, Ideen und Räumlichkeiten zusammenbringt. Damit auch die freie Kulturszene in städtischen Räumlichkeiten aufspielen kann, wollen wir diesen leichteren Zugang gewähren. Unserer Meinung nach kann das zum Beispiel darüber erfolgen, dass ihnen Räumlichkeiten an selten gebuchten Abenden oder Monaten vergünstigt angeboten werden. Wir setzen uns für ein mehrsprachiges, insbesondere auch französische Kulturangebot ein. Die Vielfalt des existierenden Angebots, auch gerade in unserer städtischen Bibliothek, wollen wir früh auch Kindern nahebringen.
Das Land sieht den Schulsport als kommunale Pflichtaufgabe, betrachtet aber jede Förderung des Vereinssports als freiwillig. Damit verbunden sind angesichts der Finanzsituation der Stadt erhebliche Einschränkungen in der Entscheidungshoheit der Stadt Landau.

Mit deutlich mehr als einer Millionen Euro strukturellen Defizits sind gerade kommunale Schwimmbäder eine Herausforderung. Anders als private Einrichtungen, die sich mit Spezialisierungen und enormen Eintrittspreisen auf dem Markt behaupten können, setzen wir vor allem auf die Möglichkeit des klassischen Schwimmsports und günstige Preise. Im La Ola wollen wir deshalb eine Schwimmerkarte für 90 Minuten und eine Halbtageskarte mit einer Verweildauer von vier Stunden einführen und die Preise entsprechend anpassen. Den ungenutzten Raum oder das dunkle Kinderbecken wollen wir verändern, um die Rolle des La Olas als Familienbad weiterzuentwickeln. Mit Blick auf die Saunalandschaft bietet sich dazu eine Kinderbetreuung an, aber auch eine Grundausstattung an Trainingsgeräten. Im Sommer wollen wir das Außenbecken nicht mehr beheizen und für Kinder mit großem aufblasbarem Spielzeug neue Attraktionen schaffen, wie das in anderen Bädern schon der Fall ist. Die zum Jahr 2019 gefundene Lösung im Gastronomiebereich begrüßen wir. Die Fahrradabstellanlagen wollen wir deutlich ausweiten, insbesondere mit Blick auf die Überdachung der Bügel. Am wichtigsten ist jedoch die Errichtung eines Lehrschwimmbeckens sowie weiterer 25-Meter-
Bahnen im Außenbereich. Aktuell gibt es Wartezeiten von über zwölf Monaten und zahlreiche Schulen führen nicht den Schwimmunterricht durch, der laut Lehrplan verpflichtend wäre. Dieses zusätzliche Becken kann das Freibad im Sommer durch ein Alternativangebot entlasten, das La Ola attraktiver machen und im Winter über eine Zeltkonstruktion weiter genutzt werden.

Das Defizit des Freibades ist anders als bei allen anderen Kultur- und Sporteinrichtungen mit einem Festbetrag gedeckelt. Diesen wollen wir so weiterentwickeln, dass zumindest ein Teil der besseren Jahresabschlüsse für zukünftige Investitionen oder zur Kompensation der Verluste in regenreichen Jahren eingesetzt werden kann. Langfristig hoffen wir, die Schwimmfläche um zwei bis drei Bahnen zu erweitern. Sollte eine Anpassung der Eintrittspreise erforderlich werden, wollen wir diese Maßnahme auf die Tageskarten begrenzen. Die Saisonkarte soll möglichst niedrig bleiben und weiterhin alternativ einen La Ola-Besuch ermöglichen. Aufblasbares Spielzeug halten wir auch im Freibad für eine schöne Ergänzung des Angebots.

Bei der Sanierung der Schulsportanlagen wollen wir frühzeitig und konstruktiv die Schulgemeinschaften einbinden. Das Multifunktionsfeld der Integrierten Gesamtschule soll erhalten und saniert werden. Als Mittel hierfür wollen wir mindestens die geplanten über 80.000 Euro für eine weitere Fußgängerbrücke zwischen IGS und ESG einsparen. Bei der Frage der Sportplätze im Horst halten wir den Vorschlag des Stadtvorstandes für nachvollziehbar, den Horstsportplatz zugunsten einer Grundschulerweiterung und einer Mensa zu verkleinern und dafür den Horstringsportplatz zu modernisieren.

Hallenbelegungen wollen wir fair verteilen und auch nicht-vereinsgebundene Sportgruppen unterstützen. Weitere Kunstrasenplätze finden wir wünschenswert, setzen dann aber auf Feldmaße, die eine vielfältige Nutzung ermöglichen und nicht nur für Fußball geeignet sind. Bei der Finanzierung von Vereinsprojekten setzen wir auf Zurückhaltung, auch wenn wir das Engagement einzelner Vereine sehr begrüßens- und unterstützenswert finden. Aber öffentliche Gelder letztlich in von einzelnen Sportarten in Vereinsträgerschaft genutzte Plätze und Hallen zu investieren, sehen wir kritisch.

Abseits des Schul-, Schwimm- und Vereinssports wollen wir auch gute Bedingungen für den Individualsport. Trimm-dich-Pfade, zum Beispiel im Goethe- und Nordpark oder der Parkanlage Südwest mit „Rennstrecken“ für Läuferinnen und Läufer, Trinkwasserspendern an unseren Bädern und dem Sportzentrum West sowie den Erhalt und die Ausweisung ungepflasterter Laufstrecken im Gebiet der kreisfreien Stadt halten wir für sinnvolle Einzelmaßnahmen. Die kleine Skateranlage beim Albert-Einstein-Parkplatz wollen wir erhalten.

Es wird Zeit – dafür setzen wir uns ein:

  • Mobilitätsverbund Universitätsstadt: erreichen aller Standorte schnell und bequem ohne eigenes Auto
  • Verdopplung der Wohnheimquote auf 10 Prozent
  • Universitätsausschuss schaffen
  • Ausbau La Ola um Lehrschwimmbecken und Außenbereich
  • Beirat für Kultur etablieren
  • Kulturticket einführen
  • Kultur- und Freiraumbörse mit Kulturkalender