Die eigene Abfallbilanz verbessern

37,5 Millionen Tonnen Haushaltsabfall produzieren wir Deutschen pro Jahr. Das macht pro Woche etwa rund 8,7 Kilo Müll pro Kopf. Und beim Verpackungsmüll ist Deutschland laut der Deutschen Umwelthilfe im europäischen Vergleich der Spitzenreiter: Wir verursachen ganze 20 Prozent mehr Verpackungsmüll als der europäische Durchschnitt.

Dabei gibt es einfache Wege, Abfall zu reduzieren und damit die Umwelt und das Klima zu entlasten. Anlässlich der Europäischen Woche der Abfallvermeidung haben für euch ein paar Ideen gesammelt:

1. Reparieren statt Wegwerfen

Besonders im Elektronik- und Konsumgüterbereich werden Produkte immer kürzer genutzt. Eine Belastung für Umwelt und Klima, denn für die Produktion neuer Waren werden Energie und Ressourcen verbraucht. Außerdem fallen Abfälle an, von denen selbst bei sachgerechter Entsorgung nur ein geringer Teil wiederverwendet wird. 

Um unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, müssen wir deshalb Produkte deutlich länger nutzen. Daher lohnt sich aus Sicht der Umwelt eine Reparatur anstelle eines Neukaufs fast immer. Und oft sind nur Kleinigkeiten defekt, die mit wenig Aufwand repariert oder ausgetauscht werden können. 

Hier bieten sich Repair-Cafés als Lösung an, bei denen in gemütlicher Runde Alltagsgegenstände unter Anleitung repariert werden, anstatt sie neu kaufen zu müssen. Seit fünf Jahren gibt es das auch in Landau: An jedem zweiten Samstag im Monat zwischen 14:00 und 16:30 Uhr findet das Repair-Café des Landauer Seniorenbüros im Verwaltungsgebäude des EWL (Georg-Friedrich- Dentzel-Straße 1) statt. Mitgebracht werden können alle kleineren und mittelgroßen Geräte, an denen Reparaturarbeiten durchgeführt werden müssen. Der Besuch des Repair-Cafés ist kostenlos, verbrauchte Ersatzteile müssen bezahlt werden und eine Spende wird gerne gesehen.

Und falls ein Gerät doch einmal den Geist aufgibt und nicht wieder repariert werden kann, gehört es keinesfalls in die Restmülltonne, sondern kann auf dem Wertstoffhof des EWL kostenfrei entsorgt und dem Recycling zugeführt werden.

Tipp: Für ausrangierte Smartphones bietet der Naturschutzbund NABU ein besondere Sammelaktion an: Die Handysammlung für Hummel, Biene & Co. Das Geld aus der NABU-Handysammlung fließt in den Insektenschutz.

2. Unverpackt eingepackt: auf Umverpackungen verzichten

Viele Lebensmittel lassen sich auch im Supermarkt unverpackt oder lose einkaufen. Zum Beispiel Obst oder Gemüse. Aber auch Waren wie Wurst und Käse kannst du ohne lästige (Plastik-)Verpackungen in vielen Märkten an den Frischetheken erhalten. Mittlerweile gibt es sogar einige Läden in Deutschland, in denen komplett auf Verpackungen verzichtet wird – auch bei uns in Landau. Heike Mack bietet mit ihrem Unverpackt-Laden in der Kronstraße die Möglichkeit, verpackungsfrei einzukaufen und die Menge der benötigten Lebensmittel individuell anzupassen.

Es wäre wünschenswert, wenn sich auch in Landau noch mehr Läden und Einzelhändler*innen der Verpackungswende anschließen ihren Kundinnen und Kunden ermöglichen, die Waren unverpackt im Stoffbeutel nach Hause zu tragen. 

3. Nachbarschaftshilfe, Tauschring & Co.

Fragt herum, bevor ihr etwas kauft. Nicht jeder braucht seinen eigenen Rasenmäher, Bohrmaschine oder Stehleiter. Auch Nähmaschinen, Werkzeug oder Babyspielzeug können geteilt oder weitergegeben werden. Tausch- oder Leihportale werden immer populärer, und Angebote wie nebenan.de werden auch in Landau bereits rege genutzt. Positiver Nebeneffekt: Man lernt man dort viele hilfsbereite Menschen aus der Nachbarschaft kennen. Es gibt mehr von ihnen, als man denkt!

In Ludwigshafen betreibt die Stadt bereits seit 2008 einen »Tausch- und Verschenkmarkt« im Internet. Getauscht werden hier auch Gegenstände gegen Hilfe wie zum Beispiel “Tausche Sofa gegen Rasenmähen” – vielleicht auch eine Idee für Landau in Verbindung mit einer digitalen Ehrenamtsbörse?

4. Lebensmittel vor der Tonne retten

Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wirft jeder Bundesbürger pro Jahr durchschnittlich mindestens 55 Kilogramm Essen weg. In Privathaushalten landen insgesamt 4,4 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll.

Der Rettung dieser Lebensmittel haben sich zahlreiche regionale foodsharing-Initiativen verschrieben. Sie sammeln bei kooperierenden Supermärkten, Obst- und Gemüsehändlern, Restaurants oder Bäckereien Lebensmittel ein, die andernfalls in die Tonne wandern würden. Auch Privatpersonen können am foodsharing teilnehmen und überschüssige Lebensmittel aus dem eigenen Haushalt spenden. 

Die geretteten Lebensmittel werden anschließend kostenlos zur Abholung angeboten – entweder im Internet oder in so genannten »fair-Teilern«, von denen es mittlerweile auch vier Stück in Landau gibt. 

Die foodsharing-Gruppe Landau ist unter der Adresse lebensmittelrettenlandau@gmail.com zu erreichen, weitere Informationen gibt es unter https://foodsharing.de. Dort findet man auch eine interaktive Karte mit allen fair-Teilern im Bundesgebiet.

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