Eingereicht für den Stadtrat am 20.05.2025. Angenommen ohne Frist.
Antrag:
Die Stadtverwaltung wird mit der Erarbeitung einer Kulturkonzeption für die Stadt Landau beauftragt.
In dieser Konzeption sollen die künftigen kulturpolitischen Leitlinien sowie Schwerpunkte und Handlungsfelder städtischer Kulturpolitik definiert sowie konkrete Ziele und Maßnahmen genannt werden.
Die Kulturkonzeption soll in einem partizipativen Prozess unter Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern, der städtischen Kultureinrichtungen, des Kulturbeirats sowie von Vertreter*innen der Kultur- und Kreativwirtschaft entstehen.
Die Konzeption ist dem Stadtrat bis zum 30.6.2026 zur Beschlussfassung vorzulegen. Dem Kulturausschuss sowie dem Kulturbeirat ist regelmäßig zu berichten.
Begründung:
Die Stadt Landau plant aktuell die Gründung von zwei Gesellschaften zur Integration des Büros für Tourismus, des städtischen Kulturbüros sowie des Stadtmarketings unter dem Dach der Stadtholding Landau in der Pfalz GmbH.
Im Zuge der bisherigen Beratungen wurde deutlich, dass man sich von dieser Umstrukturierung in erster Linie mehr Effizienz und Synergien sowie Flexibilität und Gestaltungsstärke im Verwaltungshandeln erhofft.
Nicht minder wichtig erscheint uns allerdings der Blick auf die künftige inhaltliche Ausrichtung der genannten Akteure, insbesondere was die Rolle des städtischen Kulturbüros betrifft.
Kultur ist einer der ganz wenigen Bereiche, in denen Städte im Rahmen ihrer kommunalen Selbstverwaltung noch weitgehend frei gestalten und selbst definieren können, welche Ziele sie verfolgen, welche Schwerpunkte sie setzen und mit welchen Maßnahmen und Budgets sie diese umsetzen wollen. Die angestrebte Umwandlung des städtischen Kulturbüros in eine gemeinnützige GmbH bietet uns Gelegenheit zu fragen: Was soll die gGmbH künftig leisten, was sind ihre Ziele, Aufgaben und Prioritäten, wohin soll die Reise gehen?
Mit einer Kulturkonzeption kann das Aufgabenfeld des städtischen Kulturbüros ausgehend von einer Diskussion der Stärken, Schwächen und Potentiale der Landauer Kulturlandschaft unter Einbeziehung von kulturrelevanten gesellschaftlichen Entwicklungen definiert und gestaltet werden. Auch die vom Kulturbüro seit Jahren angekündigte Publikumsbefragung kann ein Teil dieses Konzeptionsprozesses sein.
Von einer Kulturkonzeption erhoffen wir uns durch die Einbindung der relevanten Akteurinnen und Akteure in den Konzeptionsprozess eine noch stärkere Ausrichtung des städtischen Kulturauftrags an den Bedarfen und Bedürfnissen der Kunst- und Kulturschaffenden in Landau.
Angesichts knapper werdender Kassen kann eine Kulturkonzeption helfen, begrenzte finanzielle und personelle Mittel zielgerichtet einzusetzen, um kulturelle Infrastruktur und Angebote langfristig zu sichern.
Und nicht zuletzt kann eine Konzeption die Rolle des städtischen Kulturbüros im Kontext anderer Bereiche der Stadtpolitik bestimmen, etwa um die erhofften Synergien tatsächlich auch zu nutzen, aber auch um Abgrenzungen gegenüber den eingangs genannten Akteuren zu treffen.
Wir möchten betonen, dass es bei der beantragten Konzeption nicht um die Planung von künstlerischen oder kulturellen Aktivitäten an sich geht. Vielmehr soll sie eine Grundlage für die künftige städtische Kulturarbeit liefern und den Rahmen aufzeigen, in dem sich das kulturelle und künstlerische Potential unserer Stadt in den kommenden Jahren entwickeln kann. Wir möchten daher die Kulturkonzeption explizit als Teil der Landauer Stadtentwicklung verstanden wissen.
Schon 2016 stellte die UNESCO fest: „Kultur ist der Schlüssel zu dem, was Städte attraktiv, kreativ und nachhaltig macht“. Wir finden: 2025 ist es Zeit für ein Update der Kulturstadt Landau.