GRÜNE fordern Gewaltschutz vor Umgangsrecht

Wir GRÜNE begrüßen ausdrücklich, dass sich das Jugendamt dem wichtigen Themenfeld häusliche Gewalt widmet und ein entsprechendes Konzept entwickelt hat. Gleichzeitig sehen wir an mehreren Stellen fachlichen Weiterentwicklungsbedarf und regen deshalb eine Überarbeitung unter Beteiligung spezialisierter Fachstellen an.

„Häusliche Gewalt endet nicht mit der Trennung des Paares“, erklärt Sophia Berlin, Stadträtin und Mitarbeiterin des InterventionsZentrums gegen Häusliche Gewalt Südpfalz in Landau. „Über Besuchskontakte mit den gemeinsamen Kindern kann der gewalttätige Elternteil weiterhin Kontrolle und Gewalt auf den anderen Elternteil ausüben. Hinzukommt, dass gerade in der Trennungsphase das Gewalt- und Tötungsrisiko für Frauen und ihre Kinder exponentiell steigt.“

Gerade deswegen ist die Expertise spezialisierter Beratungsstellen unverzichtbar. Darüber hinaus sprechen wir uns unter anderem für regelmäßige Fortbildungen der Mitarbeitenden des Jugendamtes zum Thema häusliche Gewalt, klar geregelte Kooperationsstrukturen mit Fachstellen sowie getrennte Gespräche mit Elternteilen in Gewaltkontexten aus.

„Uns ist bewusst, wie viel Druck auf den Mitarbeitenden des Jugendamts liegt. Gleichzeitig darf das Umgangsrecht nicht als Einfalltor für gewalttätige Partner dienen. Ein gut ausgearbeitetes Konzept kann den Mitarbeitenden mehr Handlungssicherheit geben und gleichzeitig Frauen und Kinder vor Gewalt schützen“, so Sophia Berlin abschließend.